Pseudo Translation für Importfilter-Konfiguration von memoQ

Mit der Funktion Pseudo Translation kann man den Importfilter für eine XML-Datei in memoQ testen. Das ist besonders hilfreich bei XML-Datei-Formaten, die kundenspezifisch angepasst worden sind.

Mit Pseudo Translation kann man erkennen, welche Bereiche der XML-Datei in memoQ zur Bearbeitung freigegeben sind und welche vor Bearbeitung geschützt werden. Das ist wichtig, um nach erfolgter Übersetzung eine eine valide XML-Datei zu erhalten.

Softwarelokalisierung mit XML-Dateien

Bei der Softwarelokalisierung müssen häufig sprachrelevante Inhalte von XML-Dateien übersetzt werden. Die technische Übersetzung soll dabei allerdings nur für bestimmte Teile der XML-Datei erfolgen, andere Teile müssen unverändert bleiben und sollten daher durch das CAT-Tool vor Bearbeitung geschützt werden.

Dies erfolgt durch entsprechende Konfiguration von einem Importfilter für das jeweilige Dateiformat. Mit der Pseudo Translation kann man den Importfilter wirkungsvoll testen. Detailinfos zu dem Thema findet man auf Wikipedia.

Im folgenden Beispiel sehen Sie eine XML-Datei. Wenn Sie mit der Maus über das Bild fahren, sehen Sie den Teil des Textes, der übersetzt werden muss, in gelb markiert.

  1. Before
  2. After

Man kann recht gut erkennen, was übersetzt werden soll:

  • der Inhalt des Tags text
  • manche von CDATA eingerahmten Texte innerhalb des Tags text, aber nicht alle

Mit Pseudo Translation „übersetzte“ XML-Datei

Für die Übersetzung von XML-Dateien nutzen wir ausschließlich das CAT Tool memoQ von Kilgray, das einen frei konfigurierbaren Importfilter bietet und den Test von Filterkonfigurationen mit der Funktion Pseudo Translation ermöglicht.

Mithilfe der Funktion Pseudo Translation von memoQ kann man eine Übersetzung simulieren.

In einem ersten Schritt haben wir den Standard-XML-Filter von memoQ zum Import genutzt. Die bearbeitbaren Texte wurde dann mit Pseudo Translation übersetzt und die Datei wieder exportiert.

  1. Before
  2. After

Hier kann man im obigen Vergleichsbild sehr schön sehen, was die Pseudo Translations bewirkt:

Texte, die in memoQ bearbeitet werden können sind mit # für den Anfang und $ für das Ende gekennzeichnet. Dazwischen steht unleserlicher Kauderwelsch mit vielen Sonderzeichen.

Man kann den bearbeiteten Text also leicht erkennen und im Beispiel sieht man, dass die node Tags innerhalb der CDATA-Elemente mit übersetzt werden.

Das ist in diesem Fall aber nicht gewollt.

Anpassung des Import-Filters für optimales Ergebnis

Vorgang bei der Filteranpassung

Jetzt muss man sich überlegen, wie man den Importfilter von memoQ so anpasst, dass das gewünschte Ergebnis erzielt wird.

Dazu hat man drei Stellschrauben:

  • Filter-Optionen des XML-Filters
  • Cascading Filters – Hintereinanderschalten mehrerer Filter
  • Regex-Tagger – Schützen von bestimmten Zeichenfolgen gegen Bearbeitung

Die Wirkung dieser drei Stellschrauben werden wir in einem gesonderten Artikel zur XML-Filter-Konfiguration näher betrachten.

Ergebnis der richtigen Filterkonfiguration

Im Beispiel haben wir einen Cascading Filter verwendet, um die node Elemente mithilfe eines nachgeschalteten HTML-Filters gegen Bearbeitung zu schützen.

Das Ergebnis sieht dann so aus:

  1. Before
  2. After

Jetzt sind alle Teile der XML-Datei, die nicht bearbeitet werden dürfen, durch den speziell angepassten XML Importfilter von memoQ geschützt.

Weitere Info zur Pseudo Translation

Anwendungsbeispiele für die Lokalisierung von XML-Dateien finden Sie in den Artikeln IODD Dateien übersetzen und PROFINET GSDML-Datei übersetzen.

Wie man die Funktion Pseudo Translation für die Konfiguration des Import-Filters in memoQ nutzt zeigt folgendes Video: